Herzratenvariabilität (HRV)

 

Die meisten Menschen glauben, ein gesundes Herz schlage so regelmäßig wie ein Metronom – doch weit gefehlt: Die Abstände zwischen jedem Herzschlag werden durch eine subtile Steuerung des vegetativen (unbewussten) Nervensystems der jeweiligen Situation angepasst. Dieses Phänomen wird als Herzratenvariabilität (HRV) bezeichnet. Je variabler diese Abstände sind, desto erholsamer und gesünder ist der Zustand für den Menschen. Schon im alten China konnten die Ärzte durch Pulsanalyse schwerkranke Patienten identifizieren, da deren Puls zu „starr“ war.

Heutzutage ist es mit moderner Technik möglich, über mehrere Tage eine Herzratenvariablität-Messung durchzuführen. Um gültige Messwerte zu erhalten, müssen relevante Herzrhythmusstörungen zuvor durch eine EKG-Untersuchung sicher ausgeschlossen worden sein. Diese Technik kann also nur von einem Arzt korrekt angewandt werden, der auf dem Gebiet der Herzmedizin erfahren ist. Allein die ärztlich durchgeführte Langzeit-EKG/HRV-Messung ist ein wissenschaftlich fundiertes Instrument, um frühzeitig und präzise Hinweise auf Schlafstörungen, Schlafapnoe-Syndrom, Depressionen, chronischen Stress und Burn-Out aufzuzeichnen. Mit einem Protokoll, das der Patient parallel ausfüllt, lassen sich belastende oder erholende Episoden, Tätigkeiten und Situationen identifizieren. Daraus leitet sich die individuelle Therapie ab, in der es auch darum geht, stressfördernden Situationen zu verringern und schützende, erholende Tätigkeiten zu fördern. Positive Ressourcen wie soziale Kontakte oder Hobbys tragen zusätzlich dazu bei, Stress abzubauen und eine gesunde Work-Life-Balance zu etablieren.