Mikronährstofftherapie
Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren und Fettsäuren sind an unzähligen Stoffwechselschritten als Cofaktoren beteiligt. Fehlt einer davon, stockt der Prozess, für den er gebraucht wird, oft lange bevor ein klassischer Mangelzustand erkennbar ist. Die Mikronährstofftherapie gleicht aus, was nachweislich fehlt oder erhöht verbraucht wird.
Erst messen
Wir supplementieren nicht pauschal. Am Anfang stehen Anamnese, Untersuchung und eine auf die Fragestellung zugeschnittene Labordiagnostik. Einige Werte bestimmen wir im Vollblut, weil sich der Gehalt in den Zellen dort besser abbildet als im Serum.
Wo ein Mangel besteht, bringt sein Ausgleich etwas. Wo keiner besteht, ist der Nutzen einer zusätzlichen Zufuhr in Studien meist nicht nachweisbar. Bei einigen Vitaminen und bei bestimmten Vorerkrankungen kann ein Zuviel sogar schaden. Deshalb messen wir vorher und kontrollieren im Verlauf.

Wann eine Mikronährstofftherapie infrage kommt
Alle Maßnahmen erfolgen nach individueller ärztlicher Indikationsstellung und, wo sinnvoll, unter Laborkontrolle.
Bei bestehenden Erkrankungen und laufender fachärztlicher Behandlung stimmen wir eine Mikronährstoffgabe grundsätzlich mit den mitbehandelnden Ärzten ab. Wechselwirkungen mit einer laufenden Therapie sind möglich und gehören vorher geprüft.
Infusionen und Mitochondrien
Wo die Aufnahme über den Darm begrenzt ist oder ein ausgeprägter Mangel rasch ausgeglichen werden soll, kann eine Infusion sinnvoll sein. Vor einer hochdosierten Vitamin-C-Gabe prüfen wir Nierenfunktion, Eisenspeicher und einen möglichen Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel. Bei diesem Enzymdefekt kann eine hohe Dosis eine Hämolyse auslösen. Näheres unter Infusionstherapie.
Mitochondrien erzeugen den größten Teil der Energie in unseren Zellen. Sind sie in ihrer Funktion gestört, trifft das zuerst die Organe mit dem höchsten Energiebedarf: Gehirn, Herz und Muskulatur. Muskelschwäche, Erschöpfung, verminderte Belastbarkeit und Konzentrationsstörungen gehören zu den Beschwerden, die damit in Verbindung gebracht werden.
Als beeinflussbare Faktoren gelten unter anderem Medikamentenwirkungen, Ernährung, Umweltbelastungen, Mikronährstoffmängel und hormonelle Veränderungen. Wir prüfen, was davon im Einzelfall vorliegt, und setzen dort an.
Wie weit sich eine gestörte Mitochondrienfunktion durch solche Maßnahmen tatsächlich bessern lässt, ist Gegenstand der Forschung und für die meisten Krankheitsbilder nicht durch aussagekräftige Studien belegt. Wir behandeln hier mit einer begründeten Hypothese und sagen Ihnen das auch so. Weiterführende Literatur finden Sie unter Literaturempfehlungen.
Kosten
Die erweiterte Mikronährstoffdiagnostik und -therapie ist eine Selbstzahlerleistung oder wird über die private Krankenversicherung abgerechnet. Nicht alle Leistungen werden von privaten Versicherungen und Beihilfestellen übernommen. Die zu erwartenden Kosten nennen wir vorher.
