Naturidentische Hormonersatztherapie
Hormone steuern Stoffwechsel, Energiehaushalt, Schlaf, Stimmung, Knochen und Fortpflanzung. Mit den Jahren verändert sich ihre Produktion, bei manchen Menschen früh, bei anderen spät. Wo daraus Beschwerden entstehen, lässt sich oft etwas tun. Die Hormonmedizin ist einer der Schwerpunkte unserer Praxis. Wir arbeiten nach dem Ansatz von Dr. Thierry Hertoghe, der alle Hormonachsen im Zusammenhang betrachtet.

Was „naturidentisch“ bedeutet
Naturidentische (auch: bioidentische) Hormone haben dieselbe chemische Struktur wie die Hormone, die der Körper selbst bildet. Sie binden an dieselben Rezeptoren und wirken entsprechend. Gewonnen werden die Ausgangsstoffe meist aus pflanzlichen Vorläufern, etwa aus Yamswurzel oder Soja, die im Labor in die menschliche Form umgewandelt werden.
„Naturidentisch“ bedeutet strukturgleich mit dem körpereigenen Hormon. Harmlos oder frei von Risiken ist ein Mittel deshalb noch lange nicht. Auch naturidentische Hormone sind wirksame Arzneimittel und gehören in ärztliche Hand.
Wann eine hormonmedizinische Abklärung sinnvoll ist
Erschöpfung, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Libidoverlust oder trockene Haut können hormonell bedingt sein. Sie können aber auch ganz andere Ursachen haben. Deshalb klären wir zuerst ab, bevor wir etwas verordnen.
Wie wir vorgehen
Was die Studienlage hergibt
Das ist unterschiedlich, und wir sagen das offen.
Bei Wechseljahresbeschwerden ist die Hormontherapie die wirksamste verfügbare Behandlung. Dabei kommt es auf Zeitpunkt und Risikoprofil an. Ein Beginn in zeitlicher Nähe zur letzten Regelblutung schneidet in den Untersuchungen günstiger ab als ein später Beginn. Für Hormonmangelbeschwerden des Mannes bei nachgewiesenem Mangel gibt es ebenfalls belastbare Daten.
Für andere Anwendungen ist die Datenlage dünner. Das sagen wir Ihnen offen. Behandeln wir trotzdem, dann als zeitlich begrenzten Therapieversuch, und wir legen vorher fest, woran wir den Erfolg messen.
Risiken und Grenzen
Jede Hormontherapie hat Risiken, die vom Präparat, von der Anwendungsform, vom Alter und von der Vorgeschichte abhängen. Vor Beginn klären wir ab, was dagegen spricht: Vorerkrankungen, familiäre Belastung, Thromboserisiko, Rauchen, bestehende Medikation. Über Nutzen und Risiken sprechen wir ausführlich, bevor die Behandlung beginnt, auch darüber, wann eine Hormontherapie nicht infrage kommt.
Eine Hormontherapie ersetzt keinen Schlaf, keine Bewegung und keine Ernährungsumstellung. Wo diese Grundlagen fehlen, arbeiten wir zuerst daran.
Kosten
Die erweiterte hormonmedizinische Diagnostik und Therapie ist eine Selbstzahlerleistung oder wird über die private Krankenversicherung abgerechnet. Nicht alle Leistungen werden von privaten Versicherungen und Beihilfestellen übernommen; die Einzelheiten ergeben sich aus unserer Therapievereinbarung, die Sie vor Beginn erhalten. Die zu erwartenden Kosten nennen wir vorher.
