Vitamin D

Im Winterhalbjahr bildet unser Körper kaum eigenes Vitamin D. Warum wir den Vitamin-D-Spiegel messen, welchen Zielbereich wir anstreben und wie eine individuell abgestimmte, ärztlich kontrollierte Einnahme aussieht.

Wintermorgen mit tief stehender Sonne über einer bereiften Wiese

Warum gerade jetzt?

Unser Körper bildet Vitamin D zum größten Teil selbst, und zwar in der Haut unter dem Einfluss von UVB-Strahlung. In unseren Breiten reicht die Sonneneinstrahlung dafür etwa von Oktober bis März nicht aus. Über die Nahrung lässt sich der Bedarf kaum decken: Nennenswerte Mengen stecken vor allem in fettem Seefisch wie Hering oder Lachs.

Nach Daten des Robert Koch-Instituts erreicht weniger als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland auch nur die Mindestversorgung von 20 ng/ml — im Winter und Frühjahr liegen die Werte noch deutlich niedriger.

Vitamin D und das Immunsystem

Vitamin D ist eigentlich ein Hormon. Es reguliert nicht nur den Calcium- und Knochenstoffwechsel, sondern ist auch an einer funktionierenden Immunabwehr beteiligt: Es aktiviert Abwehrzellen, regt die Bildung körpereigener antimikrobieller Eiweiße an und hilft zugleich, überschießende Entzündungsreaktionen zu begrenzen.

Ob eine Vitamin-D-Einnahme Atemwegsinfekte verhindert, wird in Studien unterschiedlich beantwortet. Für uns steht etwas anderes im Vordergrund: einen Mangel zu erkennen und den Spiegel in einen Bereich zu bringen, in dem der Körper gut versorgt ist.

Wie viel ist genug?

Die deutschen Fachinstitutionen sehen einen 25-OH-Vitamin-D-Spiegel ab 20 ng/ml (50 nmol/l) als ausreichend für die Knochengesundheit an. Wir orientieren uns an einem höheren, optimalen Bereich.

Unser Zielbereich

40–60 ng/ml (100–150 nmol/l) 25-OH-Vitamin D — nach Prof. Michael F. Holick, Boston University — einem der international führenden Vitamin-D-Forscher mit über 600 in PubMed gelisteten Fachpublikationen.


Dieser Zielbereich ist unter Fachleuten nicht unumstritten; offizielle Empfehlungen setzen niedrigere Grenzen an. Gerade deshalb gehört eine Einnahme in diesem Bereich in ärztliche Begleitung — mit Messung vorher und Kontrolle im Verlauf.

Was wir messen

Grundlage ist immer die Bestimmung des 25-OH-Vitamin D — der Speicherform, die die Versorgung der letzten Wochen widerspiegelt. Optimal ergänzen wir:

Nierenwerte — die Nieren sind an der Aktivierung von Vitamin D beteiligt und entscheidend für eine sichere Dosierung
Calcium — Vitamin D steigert die Calciumaufnahme; der Wert zeigt, ob die Dosierung passt
Magnesium — wird für die Umwandlung von Vitamin D in seine aktiven Formen benötigt
Bor — ein Spurenelement, das in den Vitamin-D-Stoffwechsel eingreift
Vitamin A — arbeitet über einen gemeinsamen Rezeptorkomplex eng mit Vitamin D zusammen
Vitamin K2, bestimmt über das untercarboxylierte Osteocalcin (ucOC) — sorgt dafür, dass Calcium in den Knochen und nicht in die Gefäße gelangt


In speziellen Fällen — etwa wenn der Spiegel trotz Einnahme kaum ansteigt oder bei Nieren- und Nebenschilddrüsenerkrankungen — bestimmen wir zusätzlich das aktive Vitamin-D-Hormon 1,25(OH)₂-Vitamin D und das freie, biologisch verfügbare Vitamin D. Nur der kleine, nicht an Transporteiweiße gebundene Anteil gelangt in die Zellen; wie groß er ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Wir stützen uns dabei auf die Arbeiten von Prof. Berthold Hocher am IMD Berlin.

Individuell dosiert, ärztlich kontrolliert

1
Messung
Ausgangswert von 25-OH-Vitamin D und den Kofaktoren.
2
Individuelle Dosierung
Wir optimieren die Dosis nach Ihrem Messwert, Ihrem Körpergewicht und dem klinischen Gesamtbild — nicht nach Schema.
3
Kofaktoren ergänzen
Wo nötig, gleichen wir Magnesium, Vitamin K2, Vitamin A und weitere Kofaktoren mit aus.
4
Medikamente und Vorerkrankungen beachten
Bestehende Erkrankungen und Ihre Medikation beziehen wir in die Dosierung ein und klären vorher, was dagegen spricht.
5
Kontrolle
Im Verlauf kontrollieren wir Vitamin D und Calcium, prüfen, ob der Zielbereich erreicht ist, und passen die Dosierung an.


Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Messung des Vitamin-D-Spiegels nur in wenigen Konstellationen — bei begründetem Verdacht auf einen krankheitsbedingten Mangel, etwa bei Nierenerkrankungen oder Störungen des Knochenstoffwechsels. Eine vorsorgliche Bestimmung ist keine Kassenleistung. In allen anderen Fällen sind die Untersuchungen Selbstzahlerleistungen; die Kosten nennen wir Ihnen vorher.

Und gegen Erkältungen?

Eine gute Vitamin-D-Versorgung ist ein Baustein. Dazu gehören ausreichend Schlaf, Bewegung an der frischen Luft, regelmäßiges Händewaschen und die von der STIKO empfohlenen Impfungen.

Wichtig: unsere Therapievereinbarung
Voraussetzung für jede Behandlung in unserer Privat- und Selbstzahlersprechstunde ist unsere Therapievereinbarung. Sie erhalten sie bei der Terminvereinbarung zugeschickt. Bitte lassen Sie uns die Vereinbarung rechtzeitig vor Ihrem Termin unterschrieben zukommen — ohne unterschriebene Vereinbarung können wir die Behandlung nicht beginnen.
Sie möchten Ihren Vitamin-D-Spiegel bestimmen lassen? Wir beraten Sie gerne.
0228 38677044 anrufen

Quellen

  • Holick MF: Vitamin D deficiency. N Engl J Med 2007; 357: 266–281
  • Holick MF et al.: Evaluation, treatment, and prevention of vitamin D deficiency: an Endocrine Society clinical practice guideline. J Clin Endocrinol Metab 2011; 96: 1911–1930
  • Robert Koch-Institut: Vitamin D – häufig gestellte Fragen; Journal of Health Monitoring, Vitamin-D-Status in Deutschland
  • Jolliffe DA et al.: Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory infections. Lancet Diabetes Endocrinol 2021; 2025
  • IMD Berlin (Prof. B. Hocher), Diagnostikinformationen 299 und 319 zum freien Vitamin D und zum Vitamin-D-bindenden Protein; Patienteninformation Vitamin D