Digitalisierung ja — Entmündigung nein
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen bietet Chancen:
bessere Kommunikation, schnellere Abläufe, weniger Doppeluntersuchungen.
Problematisch wird es dort, wo digitale Systeme beginnen, medizinische Entscheidungen und den Zugang zur Versorgung zu steuern.
Wenn Krankenkassen über Apps, elektronische Patientenakten und digitale Ersteinschätzungen Einfluss auf Terminvergabe, Behandlungspfade oder Versorgungsentscheidungen erhalten, verschiebt sich das System grundlegend:
vom Arzt-Patienten-Verhältnis hin zu daten- und kostengetriebener Steuerung.
Medizin braucht:
- ärztliche Unabhängigkeit
- individuelle Entscheidungen
- freien Zugang zur Versorgung
- Datenschutz und Vertraulichkeit
Gerade ältere, chronisch kranke oder digital weniger affine Menschen dürfen nicht durch App-Zwang benachteiligt werden.
Technologie sollte Medizin unterstützen — nicht ersetzen.
Der Patient ist kein Datensatz.
Und gute Medizin entsteht nicht durch Algorithmen allein, sondern durch Verantwortung, Erfahrung und persönliche Betreuung.